Meister Eckhart: Der erkennt Gott recht, der ihn in allem erkennt

Der erkennt Gott recht, der ihn in allen Dingen gleicherweise erkennt.


Meister Eckhart

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Quelle: Mystische Texte des Mittelalters, Johanna Lanczkowski, Hrsg., Stuttgart: Reclam, 1999, S. 197, ISBN: 3150084563

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    2 Interpretationen zu “Der erkennt Gott recht, der ihn in allem erkennt

    1. Thomas Fürniß im Juli 2010

      Ist Gott verschieden im Hier und Dort, in Diesem und Jenem? Teilt sich Gott auf und gibt sich portionsweise den Dingen, Wesen und Menschen hin? Ist Gott nicht ein Ganzes und Eines, ein Unbegrenztes und Unendliches, das immer nur Ganz und Eins und ein Unbegrenztes und Unendliches sein kann? Ist Gott nicht in allen Dingen, Wesen und Menschen gleicherweise „vorhanden“? Wenn Gott sich selbst aufteilen würde und sich Diesem ein bisschen mehr oder weniger als Jenem hingeben würde, was wäre das für ein Gott? Es wäre ein Gott der begrenzten, begrenzenden und trennenden Wahl, ein Gott, der wählt und erwählt, auswählt und wählerisch ist.

      Ist dies Gott vielleicht? Ist Gott begrenzt, begrenzend und trennend? Ist Er so wählerisch wie der gewachsene Mensch, der entlang der Zeit Entscheidungen zu treffen hat, weil er in einer Welt der Erscheinungen und Manifestationen lebt, die ihm die begrenzten, begrenzenden und trennenden raumzeitlichen Bedingungen schenken, Dies und Das „wählen“ zu müssen, sich für Dies und Das entscheiden zu müssen, weil der gewachsene Mensch in einen begrenzten Raum gestellt ist? Ist Gott in einen begrenzten Raum gestellt? Ist Gott nicht jenseits der Dinge, Wesen und Menschen und durchdringt Er nicht die Dinge, Wesen und Menschen? Ist Er daher nicht und kann Er daher überhaupt wählerisch sein?

      Gott ist nicht wählerisch, und Gott ist nicht in einen begrenzten Raum gestellt, obwohl er in begrenztem Raum seine Unbegrenztheit „manifestiert“. Dies ist Sein Paradox. Die Unbegrenztheit Gottes findet sich in jedem Ding, Wesen und Mensch. Und Gott hat keine Entscheidungen zu treffen und Gott erwählt nicht, ist nicht wählerisch, wieso sollte Er das sein? Gott ist jenseits der Erscheinungen und Manifestationen, und Er durchdringt alle Erscheinungen und Manifestationen, weil Er ein Ganzes, ein Eines ist. Gott ist immer ein Ganzes und Eines, selbst wenn Er in einem kleinen, begrenzten, von anderem getrennten Ding wohnt. Oder etwa nicht? – Wie kann man dies wissen? Wie kann der Mensch dies erkennen, ohne nur naiv zu glauben? – Gott ist in jedem Ding gegenwärtig, daher ist Er in allen Dingen gleicherweise gegenwärtig. – Dies verstehen bedeutet, (dies und Gott) lebendig, freudig, liebend erkennen.

    2. Alex A. im November 2011

      bin ich hier bin ich da

      bin ich über bin ich unter Dir

      bin ich vorne bin ich hinter Deinen Seiten

      bin ich Mann bin ich Frau bin ich Kind

      bin ich in Dir

      bin ich Friede bin ich Krieg

      bin ich Freund bin ich Feind

      bin ich Freude bin ich Leid

      bin ich in Dir

      bin ich Raum bin ich Zeit

      bin ich Sonne bin ich Stern

      bin ich Baum seine Wurzel seine Krone

      welche sich in mir wiegt bin ich Wind

      bin ich Wasser bin ich Luft die du atmest

      bin ich in Dir

      bin ich die Welt bin ich die Säulen sie zu halten

      bin ich Gott

      bin ich Allah

      mir gabt ihr viele solcher Namen

      bin ich … sehen müsst ihr mich

      so seid auch ihr …

      vereint in mir ALLES bin ich Natur mein Name …

      nicht Gott

    Wenn Sie ein Zitat interpretieren möchten, können Sie mir Ihren Text gern über das Kontaktformular zukommen lassen. Die Anzahl der Wörter sollte circa 300 bis 600 betragen. Der Text sollte vor allem inhaltlich auf das Zitat Bezug nehmen und nicht nur Ihre Meinung zu dem angesprochenen Thema beinhalten. Andreas Tenzer.