Eine Interpretation zu “Brich auf, solang du kannst, zum

  1. Thomas Fürniß im November 2010

    Ist Freude vergänglich? Wechselt das Gemüt zwischen Freude, Glück, Wohlsein, Liebe und Nicht-Freude, Langeweile, Trübsaal, Leid und Schmerz hin und her? Ist Freude einmal hier und im nächsten Moment wieder nicht? Ist Freude die Folge eines guten Witzes? einer Unterhaltungssendung? eines guten Buches? Hat Freude eine Ursache? Ist Freude etwas, das den Körper als Mittel bedarf? Ist Freude allein die Freude in der Sexualität des Körpers? Ist Freude etwas, das mit dem Körper kommt und geht? Bedarf Freude des Körpers? – Oder bedarf der Körper der Freude? Was also ist Freude? Ist nicht diese Existenz eine reine Freude? Ist nicht die Natur des Wesens der Wirklichkeit reine Freude?

    Wenn Freude vergänglich ist, dann haftet sie am Körper. Wenn Freude am Körper haftet und sich auf den Körper begrenzt, dann kann der Körper auch Leid und Schmerz erfahren. Wenn aber der Körper das Maß aller Dinge sein sollte, dann ist der Wechsel zwischen dem, was Freude genannt wird und dem was als Leid und Schmerz empfunden wird, das Maß aller Dinge, und der Mensch im Rad der leidvollen Wiedergeburten verhaftet, weil „Freude“ und Leid im Wechsel wiedergeboren werden und sich einander bedingen. Wäre dies dann die erste und letzte Wirklichkeit? Muss der Mensch den Wechsel zwischen dem, was er Freude nennt und Leid akzeptieren?

    Der Mensch muss nichts akzeptieren. Die Frage ist daher, was macht er daraus, und wie macht er etwas daraus? Was lernt er? Wie lernt er? Was tut er letztlich? Kann er erkennen was diese Wirklichkeit ist? Kann er der Freude und dem Leid auf den Grund gehen und sein Wesen entdecken?

    Was sich verändert ist nicht wirklich. Was sich verändert wird verändert und wird bewirkt. Der Körper ist das Mittel mit dem Veränderung wahrgenommen wird, die Freude eines guten Witzes etc., das Leid und den Schmerz der Einsamkeit. Der Körper wird verändert, daher liegt hier nicht die Freude, die keiner Veränderung unterworfen ist, die nicht das Leid bedingt, die unbedingt ist und daher reine Freude ohne Gegenteil.

    Der Körper wird durchströmt vom Land des Herzens, doch das Land des Herzens ist nicht auf den Körper begrenzt. Daher kann der Körper auch nicht ein Mittel sein das Land des Herzens zu betreten, denn das Land des Herzens hat bereits den Körper betreten ohne auf ihn begrenzt zu sein. Im Land des Herzens ist die Freude des Daseins ohne Gegenteil anwesend, daher genießt der Mensch den Körper im Land des Herzens.

    Das Land des Herzens ist nicht das Land der Sentimentalität, denn diese ist ein Ausdruck der Veränderlichkeit des Gemüts des Menschen. Das Land des Herzens ist das Land Gottes, das schon immer ist, nicht geboren wurde und daher nicht sterben wird. Das Land des Herzens berührt den Körper, doch der Körper kann es nicht berühren. Wenn der gute Witz erzählt wird etc., ist das Land des Herzens bereits da. Wenn der Schmerz der Einsamkeit empfunden wird, ist das Land des Herzens bereits da. So ist das Land des Herzens niemals fern, denn es trennt sich nicht vom Menschen, es ist eins mit dem Menschen, der es mit der Veränderlichkeit des Körpers verwechselt. Du musst also nicht aufbrechen zum Land des Herzens, denn es ist bereits da. Brich also auf!

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