William Blake

Zitate von William Blake (11)

William Blake: * 26.11.1757 in London – † 12.8.1827 in London

Nach eigenen Angaben hatte Blake bereits im Alter von acht Jahren Visionen, die sein Leben und seine Werke (Kupferstiche, Zeichnungen, Aquarelle, Gedichte, Aphorismen usw.) geprägt haben. Blake fertigte nicht nur zu seinen eigenen Dichtungen Illustrationen an, sondern auch zu Werken anderer Autoren wie Milton und Shakespeare sowie zu Dantes Göttlicher Komödie. Obwohl er auch zahlreiche Illustrationen zu Bibelthemen anfertigte, stand Blake dem real existierenden Christentum skeptisch gegenüber.

Im Zentrum seiner mystischen Weltanschauung steht der Gedanke von der verlorenen Einheit der einzelnen Seele mit der Weltseele, die es zurückzugewinnen gelte. Blake zählt zu den bedeutendsten Poeten in der Tradition der philosophia perennis. Während seine Werke zu eigenen Lebzeiten kaum Beachtung fanden, gilt Blake heute als großer Visionär und bedeutender Künstler.

Menschen mit Visionen laufen seit jeher Gefahr, als geisteskrank eingestuft zu werden, und der Künstlerberuf ist ihre einzige Chance, wenigsten im Kreis von Eingeweihten Anerkennung zu finden. William Blake ist es gelungen, seine mystischen Erfahrungen in Kunstwerke von seltener Schönheit und Ausdruckskraft einfließen zu lassen. Ein Beispiel dafür ist sein berühmter Aphorismus: „A fool sees not the same tree that a wise man sees.“ Diesen Spruch liest man mit anderen Augen, wenn man weiß, dass Blake als Kind seinem Vater einmal mit strahlenden Augen erzählte, er habe Engel in einem Baum gesehen.

Seine ersten Gedichte schrieb der Autor im Alter von 12. Zwei Jahre später begann er eine Lehre als Kupferstecher, die es ihm ermöglichte, seine Visionen auch in Form von Bildern zum Ausdruck zu bringen. Den Beruf des Kupferstechers übte er bis an sein Lebensende aus. Leider sind nur wenige seiner Stiche der Nachwelt erhalten geblieben.

Zu den berühmten „Songs of Innocence and of Experience“ stach Blake die Platten und verfasste die bis zu 40 Zeilen langen Texte, während seine Frau die Vorlagen kolorierte und die Bücher band. Im Jahre 1784 eröffneten die beiden einen Buchladen in London, der jedoch ebenso schlecht lief, wie der Verkauf von Blakes Werken. Dies hatte zur Folge, dass das kinderlose Ehepaar dauerhaft in ärmlichen Verhältnissen leben musste.

Dem politischen System der Gesellschaft, in der er lebte, stand Blake äußerst kritisch gegenüber, wie der folgende Auszug aus einem für die damalige Zeit sehr gewagten öffentlichen Brief verdeutlicht (1810, in: Selected Works, S. 129):

I am really sorry to see my countrymen trouble themselves about politics. If men were wise, the most arbitrary Princes could not hurt them. If they are not wise, the freest government is compelled to be a tyranny. Princes appear to me to be fools. Houses of Commons and Houses of Lords appear to me to be fools; they seem to me to be something else besides human life.

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