Rumi

Zitate von Rumi (35)

Rumi

Kurzbiografie Rumi

* 30.9.1207 in Balch, heutiges Afghanistan – † 17. 12. 1273 in Konya, Anatolien

Der persische Mystiker und Dichter Jalal od-Din Rumi gehört zu den bedeutendsten Vertretern des Sufismus, einer islamischen Mystik, dessen Anhänger als Sufi oder Derwisch bezeichnet werden.

Rumis Lehrer war der berühmte Wanderderwisch Shams-e Tabrizi, der ihn in das Geheimnis der Sufi-Liebe einführte. Diese Form der Liebe ist weitgehend mit der hinduistischen Bhakti identisch, die auf zwei Hauptprinzipien basiert:

1. Der Schlüssel zu einem erfüllten Leben ist die Hingabe an Gott.

2. Jeder Mensch kann sich jeden Augenblick der Liebe Gottes gewiss sein.

Für Rumi ist die Liebe zu Gott konstitutiv für alles, was im Universum existiert. Alle Teile des großen harmonischen Ganzen stünden in einer Liebesbeziehung zueinander, die aus der unendlichen Gottesliebe gespeist werde. Wenn in Rumis Versen von dem Geliebten die Rede ist, so meint er damit zunächst unmittelbar Gott, mittelbar aber auch die geliebten Wesen, mit denen ein Mensch durch die Gottesliebe in Verbindung steht. Entsprechendes gilt für den Begriff „der Liebende“. Er ist immer der Gott Liebende, aber auch der die Menschen in Gott und Gott in den Menschen Liebende.

Ob und inwieweit Rumi die christliche Mystik des späten Mittelalters beeinflusst hat, ist nicht bekannt. Eine geistige Nähe vor allem zu dem 1260 geborenen Meister Eckhart ist jedoch unverkennbar. Anders als dieser verzichtet Rumi aber auf philosophische Abhandlungen zugunsten einer Poesie von seltener Schönheit und Erleuchtungskraft. Treffend bemerkt Andrew Harvey in Die Lehren des Rumi: «In Rumi verband sich der Intellekt eines Platon mit der visionären seelischen Kraft eines Buddha oder eines Christus und der Wortgewalt eines Shakespeare.»  a.a.O., S. 12

Anlässlich des 800. Geburtstags Rumis hat die UNESCO das Jahr 2007 zum internationalen Gedenkjahr erklärt.

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