Marie von Ebner-Eschenbach

Zitate von Marie von Ebner-Eschenbach (77)

Marie von Ebner-Eschenbach

Marie von Ebner-Eschenbach: * 13.9.1830, Kremsier in Mähren – † 12.3.1916 in Wien

Die österreichische Schriftstellerin Marie von Ebner-Eschenbach wurde 1830 als Gräfin Dubsky auf einem Schloss in Mähren geboren. Ihre erste intensive Beschäftigung mit Büchern begann bereits im Alter von elf Jahren, als sie die Aufgabe übernahm, die Bibliothek ihrer verstorbenen Großmutter zu ordnen. Beim Durchstöbern der Bücher wurde ihr Interesse für Literatur auf eine ungewöhnliche und invidividuelle Weise geweckt. Ohne von irgendwelchen Lehrern angeleitet zu werden, eignete sie sich ein Wissen an, das wesentlich auf Selbstreflexion beruhte.

Ihr autodidaktischer Zugang zur Literatur ermöglichte es Marie von Ebner-Eschenbach, fundamentale Lebensweisheiten auf originelle Art neu zu formulieren, so als sei sie die erste, die über bestimmte existenzielle Fragen nachgedacht hätte. Nur so erklärt sich, dass ihre Aphorismen zeitlos wirken. Bei einzelnen könnte man vermuten, es handle sich um lateinische Lebensweisheiten, während andere philosophische Gedanken sein könnten, die im 21. Jahrhundert formuliert wurden. Die Autorin scheint sich ihrer besonderen Begabung bewusst gewesen zu sein und sie genossen zu haben:
Sag etwas, das sich von selbst versteht, zum erstenmal, und du bist unsterblich.

In ihrer Jugend hatte Marie von Ebner-Eschenbach eine Lehre als Uhrmacherin absolviert. Es scheint, als habe sie die Menschen mit der Präzision eines Uhrmachers beobachtet und mit entsprechender Liebe zum Detail daraus prägnante und treffende Aphorismen entwickelt. Davon zeugt auch ihre eigene Definition des Begriffs «Aphorismus»:
Ein Aphorismus ist der letzte Ring einer langen Gedankenkette.

Genau auf diese Weise scheint Ebner-Eschenbach ihre eigenen Gedanken zu Papier gebracht zu haben: Nach langem, gründlichen Nachdenken wird der Gedanke ausformuliert, um dann in weiteren Schritten so lange komprimiert zu werden, bis kein einziges Wort mehr ohne Sinnverlust weggelassen werden kann.

So ist es sicher kein Zufall, dass die Aphorismen der Autorin auch heute noch zu den meist zitierten im deutschsprachigen Raum zählen, während ihre Romane, Erzählungen und Gedichte weitgehend in Vergessenheit geraten sind.

Zitate von Marie von Ebner-Eschenbach (77)