Friedrich Schiller

Zitate von Friedrich Schiller (66)

Friedrich Schiller

Kurzbiografie Friedrich Schiller

* 10.11.1759 in Marbach am Neckar – † 9.5.1805 in Weimar

Nach einem Studium in Jura und Medizin auf einer Militärhochschule arbeitete Friedrich Schiller zunächst als promovierter Mediziner bei einem Stuttgarter Grenadierregiment. Doch schon während seines Studiums hatte er sich seiner eigentlichen Leidenschaft, dem Schreiben, intensiv gewidmet und bereits 1781 sein erstes Schauspiel, „Die Räuber“, veröffentlicht, anonym und im Selbstverlag.

Um sich mehr seiner kreativen Veranlagung zu widmen, verließ Schiller fluchtartig das Militär und wurde 1783 am Mannheimer Hof- und Nationaltheater engagiert. Weitere sechs Jahre später trat er eine Professur als Historiker an der Universität Jena an, was ihn jedoch nicht daran hinderte, seine schriftstellerische Tätigkeit fortzuführen.

Ab 1794 entwickelte sich ein intensiver Briefwechsel zwischen Schiller und Goethe, der schließlich in eine enge Freundschaft mündete, in der beide Autoren sich bis zum frühen Tod Schillers im Jahr 1805 gegenseitig kreativ forderten und förderten.

Neben Goethe gehört Schiller zu den bedeutendsten deutschen Schriftstellern. Von Jugend an prangerte er in seinen Werken Machtmissbrauch und Korruption ebenso an wie Philistertum und Mittelmäßigkeit. Schillers offene und schonungslose Kritik an Politik und Adel führte schließlich zu seiner Verhaftung und zwang ihn, ins Ausland zu fliehen. Um der Zensur zu entgehen, verlegte er später seine Dramen in vergangene Epochen.

Leben und Werk Schillers waren stets von einem Drang nach Höherem bestimmt. Es sei die höchste Aufgabe des Einzelnen, seine persönlichen Neigungen in den Dienst anderer Menschen und letztlich der Menschheit zu stellen.

In einer Rezension über die Schiller-Biographie von Rüdiger Safranski schreibt Jens Bisky:

«Der Enthusiast Schiller ist, so Safranski, ohne den Skeptiker nicht zu haben. Wer Schiller ins Auge blickt, mag einen Götterjüngling erblicken, aber einen, der die Hölle, das Nichts, besser kennt als all die schwunglosen Gestalten, die ihn aus beinahe gleichen Gründen verachten oder bewundern.»

Von vielen Zeitgenossen wurde Schiller bewundert, so zum Beispiel bei seiner Antrittsvorlesung als Geschichtsprofessor oder bei der Uraufführung von Die Räuber. Auch der eher pragmatisch denkende und handelnde Goethe schätzte seinen existenzialistisch-idealistischen Dichterkollegen, ohne sich jedoch von dessen Hang zur Rebellion anstecken zu lassen.

Im Verlauf des 19. Jahrhunderts wurde Schiller aber zunehmend kritischer beurteilt wie zum Beispiel von Friedrich Nietzsche, der in ihm einen pathetischen Phantasten sah. Dabei war Schiller ein ähnlich radikaler Kritiker seiner Zeit, wie Nietzsche es im 19. Jahrhundert war, wenn auch mit anderen literarischen Mitteln. Der fundamentale Unterschied zwischen beiden scheint mir darin zu liegen, dass Schiller noch an die verwandelnde Kraft des Guten im Menschen glaubte, während Nietzsche eine Umwertung aller Werte für notwendig hielt, um aus Herdentieren freie Übermenschen zu formen.

Seit dem Schillerjahr 2005 scheint sich das Bild des Dichters in der Öffentlichkeit erneut zu wandeln. Vielleicht werden die Diskussionen über Pathos und Pathologie bei Schiller neue Dichter und Denker hervorbringen, die die Stärken von Schiller und Nietzsche in sich vereinen.

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