Friedrich Hölderlin

Zitate von Friedrich Hölderlin (18)

Friedrich Hölderlin: * 20.3.1770 in Lauffen am Neckar – † 7.6.1843 in Tübingen

Hölderlins Lyrik markiert den Übergang von der Klassik zur Romantik. Während die Werke seiner Vorbilder (Fichte, Schiller) und Freunde (Schelling, Hegel) früh Anerkennung fanden, blieb Hölderlin zu Lebzeiten ein wenig beachteter Außenseiter.

Sein radikaler Subjektivismus sowie seine undiplomatische Kritik am klassischen Bildungsbürgertum trieben ihn in völlige Isolation und führten schließlich zur Einlieferung in eine Heilanstalt.

Im Zentrum seiner Weltsicht stand der Gedanke, dass der Wert eines Menschen nicht durch das bestimmt wird, was er ist, sondern durch das, was er sucht. Hölderlin wehrte sich vehement gegen die Reduzierung des Menschen auf eine Funktion im Räderwerk von Staat und Gesellschaft. Konsequenterweise lehnte er trotz chronischer Geldnot eine sichere Stelle als Pfarrer ab.

Im antiken Griechenland sah Friedrich Hölderlin das Ideal eines freiheitsliebenden, ganzheitlichen Menschen verkörpert. Dagegen empfand er seine eigene Zeitepoche als denaturiert und entfremdet. Wenn er bemerkt, er könne sich kein zerrisseneres Volk vorstellen als die Deutschen, so spiegelt sich darin auch seine eigene Spaltung als Leiden an der wirklichen und Sehnsucht nach einer möglichen Welt wider.

Hier zeigen sich Parallelen zu Robert Musil, der dem Wirklichkeitssinn einen gleichberechtigten, jedoch gesellschaftlich ignorierten Möglichkeitssinn gegenüberstellte. Als von Hölderlin beeinflusst gelten neben seinen Freunden Hegel und Schelling vor allem George, Trakl, Heidegger und Adorno.

 

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