Antoine de Saint-Exupéry: Das große Bild gibt sich nicht

Das große Bild gibt sich nicht als Bild zu erkennen: es ist. Oder genauer: du befindest dich darin.
Antoine de Saint-Exupéry

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Quelle: Die Stadt in der Wüste, Gesammelte Schriften Band 2, 3. Aufl. Düsseldorf: Karl Rauch, 1985, S. 239, ISBN: 3423059591

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Eine Interpretation zu “Das große Bild gibt sich nicht

  1. Silvia Kahlau im Januar 2011

    Das Bewusstsein ist das Trennende. Das Unbewusstsein ist das Verbindende, das Allumfassende, das Ganze.

    Durch das Getrenntsein erst ist das Erkennen möglich. Also ist im Unbewusstsein das Erkennen nicht möglich. Im Unbewusstsein „ist“ der Mensch. Oder er befindet sich darin.

    Um zu Erkennen, muss der Mensch sich in das Getrennte begeben. Erkenntnis ist bewusste Wahrnehmung. Bewusstwerden ist somit gebunden an „Getrenntsein“.

    Zur Erkenntnis also braucht es einen Standpunkt, eine Distanz, von der aus erkannt werden kann. Die Distanz kann eine räumliche oder zeitliche Dimension einnehmen.

    In der räumlichen Distanz ist eine Erkenntnis dann möglich, wenn man den eigenen Standpunkt verändert. Durch diesen „Perspektivwechsel“ erst ist Erkenntnis möglich. Mensch trennt sich von dem zu Erkennenden. Bewusstheit entsteht. Um das „große Bild“ als Bild erkennen zu können, bedürfte es aber eines Standpunktes, der „außerhalb von Allem“ liegt. Würde man also den Standpunkt „innerhalb“ verlassen können, so käme man nicht nur außerhalb des „großen Bildes“, sondern auch „außerhalb“ von sich selbst. – Dies führt zur Problematik, dass es dann auch niemand mehr gibt, der die Wahrnehmung des großen Bildes realisieren kann.

    Auch eine zeitliche Distanz ermöglicht die Wahrnehmung des Geschehenen. Alles was vergangen ist, ist nur noch als Bild im Menschen, d.h. der Mensch trägt viele Bilder in sich. Wenn ich etwas bewusst wahrnehme, ist es schon vorbei und zeigt sich dem Menschen im Bild (der Erinnerung). Die Wahrnehmung ist dem Sein immer einen Moment zu spät, um so mehr die Erkenntnis, d.h. die bewusste Wahrnehmung, da der Akt der Bewusstheit zeitlich noch nach der Wahrnehmung liegt. Dies trägt die Möglichkeit der Erkenntnis durch die Distanz der Zeit. Würde der Mensch in der zeitlichen Dimension aber aus dem „großen Bild“ heraustreten können, dann würde das große Bild nur vom Tode aus (nach dem Leben) wahrnehmbar sein. Und auch darüber konnte noch nie jemand berichten.

    Das „große Bild“ gibt sich dem Menschen also nicht zu erkennen. Und gleichzeitig befindet er sich darin. Das Fremde daran ist wohl, dass es als „Bild“ bezeichnet wird. Dies kann wiederum interpretiert werden durch die Erkenntnis, dass der Mensch die Realität immer als Bild wahrnimmt. Siehe die Interpretation über das Zitat von Hermann Hesse (Nichts auf der Welt ist …).

    siehe auch: Silvia Kahlau, http://www.energie-durch-trance.de/Texte8.htm

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