Bhagavadgita

Zitate von Bhagavadgita (18)

Die Bhagavadgita-Upanishad entstand in Indien und wird meist auf das zweite vorchristliche Jahrhundert datiert. In Deutschland wurde die Schrift vor allem durch Wilhelm von Humboldt (1767-1835) und G.W.F. Hegel (1770-1831) bekannt. Humboldt bezeichnete sie als die «vielleicht tiefste und erhabenste Wirklichkeit, welche die Welt uns bieten kann», und Hegel setzte sich in seinen Jahrbüchern für wissenschaftliche Kritik intensiv mit ihr auseinander.

Die Zitate in dieser Sammlung gewähren einen Überblick über die Kernaussagen der Bhagavadgita. Als dramaturgisches Stilelement zieht sich ein fundamentaler, kontroverser Dialog zwischen dem Feldherrn Arjuna und dem Hindu-Gott Krishna wie ein roter Faden durch die Gita, dem «Gesang Gottes».

Arjuna widersetzt sich zunächst der Aufforderung Krishnas, gegen menschenverachtende Aufrührer im eigenen Volk zu Felde zu ziehen, mit der Begründung, sich nicht am eigenen Blut versündigen zu wollen. Krishna bringt seine Gegenargumentation mit zwei Aussagen auf den Punkt:

«Wenn man in Übereinstimmung mit dem Gesetz der eigenen Natur handelt, begeht man keine Sünde.»

« Die Seele ist ungeboren, uralt, immer dauernd. Sie wird nicht erschlagen, wenn der Körper erschlagen wird.»

So gelingt es Krishna schließlich, Arjuna davon zu überzeugen, dass es seine Pflicht ist, sich dem Kampf zu stellen, und zwar um des Seelenheils beider Parteien willen.

Westliche Leser mag diese Haltung erstaunen, da der Hinduismus meist als klassische Religion der Gewaltlosigkeit dargestellt wird. Wer aber Mahatma Gandhis Kampfmethoden gegen die britische Kolonialmacht betrachtet, wird einräumen müssen, dass sie keineswegs gewaltfrei waren, sondern den gezielten Einsatz der dem indischen Volk zur Verfügung stehenden Gewaltmittel bedeuteten.

Aldous Huxley (1894-1963) schrieb 1945 über den berühmten Sanskrit-Text:

«Die Gita ist eine der klarsten und reichhaltigsten Zusammenfassungen der philosophia perennis, die je gemacht worden sind. Daher ihr andauernder Wert, nicht nur für die Inder, sondern für die ganze Menschheit.»

Im Jahre 1925 äußerte sich Mahatma Gandhi (1869-1948) in seiner Zeitung Young India über die Gita:

«In der Bhagavadgita finde ich einen Trost, den ich selbst in der Bergpredigt vermisse. Wenn mir manchmal die Enttäuschung ins Antlitz starrt, wenn ich, verlassen, keinen Lichtstrahl erblicke, greife ich zur Bhagavadgita. Dann finde ich hier und dort eine Strophe und beginne alsbald zu lächeln inmitten aller niederschmetternden Tragödien.»

Die Bhagavadgita ist nach der Bibel der meist übersetzte spirituelle Text (bis zum Jahr 2000 rund 2000 Übersetzungen in 75 Sprachen).

 

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